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Das schwarze Schaf der EU

Oktober 27, 2009

Ein kurzer Nachtrag zu meinem Beitrag „Staatsdefizit geschönt“. Deutlichere Worte als Reuters (oder bessere Zitate) findet die Frankfurter Rundschau:

Kein Euro-Staat hat den Stabilitätspakts so nachhaltig ignoriert wie Griechenland. Seit ihrem Beitritt zur Währungsunion 2001 haben die Griechen noch nie die Vorgaben des Paktes eingehalten, der eine Defizitquote von maximal drei Prozent vorschreibt. Nicht nur deswegen gilt Griechenland als das schwarze Schaf der EU.

Das schwarze Schaf der EU also? Immer noch besser als zur Achse des Bösen zu gehören, oder? Allerdings  könnte Griechenland in Fortsetzung dieser vom ruhmreichen Präsidenten von Gottes Gnaden, George Bush, begründeten Tradition eine “Achse der schwarzen Schafe‘ gründen. Zum Beispiel Alaska mit Sarah Palin ist sicher das schwarze Schaf der USA. Uigurien natürlich das scharze Schaf der Chinesen (streitig: diesen Anspruch erheben auch die Taiwanesen). Süd-Ossetien: schwarzes Schaf der russischen Föderation. Venezuela: schwarzes Schaf Südamerikas. Afrika: nur schwarze Schafe (ausser Südafrika natürlich) etc etc.

(Bei anderer Gelegenheit werde ich sicherlich ein paar Worte finden zur neuerdings praktizierten emotionalisiernden Berichterstattung von Wirtschaftsinformationen)

Immerhin hat der griechische Staat wohl schon eine Antwort auf die Frage, wie denn die Staatsfinanzen zu retten sind:

Es wird wohl nicht bei höheren Tabak-, Alkohol- und Mineralölsteuern bleiben. Im Finanzministerium am Athener Syntagmaplatz gibt es Pläne, Einkommen von über 30000 Euro im Jahr stärker zu besteuern, Steuervergünstigungen zu streichen und den Spitzensteuersatz von 40 auf 45 Prozent anzuheben.

Ich sehe es schon vor mir: Nachdem im letzten Jahr die Schüler und Studenten halb Athen angezündet und in Schutt und Asche gelegt haben, werden in diesem Jahr zur Weihnachtszeit die griechischen Millionäre auf die Barrikaden gehen …

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Griechenland – Staatsdefizit geschönt?

Oktober 25, 2009

Warum wundert mich das nicht? Nach einer Meldung von Reuters bekommt Griechenland gerade einen Satz heisser Ohren, weil die Zahlen zum Haushalt und zur Staatsverschuldung offensichtlich gefälscht sind.

„Das Spiel ist aus – wir brauchen seriöse Statistiken“, sagte der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, am Montag nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Luxemburg. EU-Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia erklärte, er sei ernsthaft besorgt über bedeutende neue statistische Ungereimtheiten.

Faszinierend dabei ist nicht, dass die Griechen (und zwar gleich unter welcher Regierung) ihre Zahlen frisieren. Interessant ist vielmehr, wie die Griechen, immerhin seit bald dreissig Jahren in der EU, es geschafft haben trotzdem Schlusslicht zu bleiben, überholt von Portugal, Irland und bald sogar Bulgarien. Trotz Subventionsbetrug, trotz frisiertem Staatshaushalt und ungeachtet der verschiedenen Wirtschaftsaufschwünge und der olympischen Spiele, die nochmals einen enormen Schub für Griechenland brachten?